Donnerstag, 25. Februar 2010

Non vitae, sed universitae discimus

Die Uni hat angefangen. Ich hatte mich doch so schön auf ein Leben mit Bier, gratis Tapas und aufstehen um 13Uhr eingestellt. Dann viel mir doch wieder ein wofür ich EIGENTLICH hier bin. Ich wünschte manchmal ich wär ein Goldfisch.

Neben mir sind noch 4 andere Erasmusler da. Wie befürchtet 3 deutsche und halt ich. Nur Max aus England drückt den germanischen Durchschnitt.
Wir wurden sehr herzlich von José Luis, Paula und Samuel begrüßt und herumgeführt. Die Fakultät ist, muss ich gestehen, sehr viel besser ausgestattet als die KatHO in Münster. Viele schöne große Räume, Computer, Cafeteria und so weiter. Nur eins ist komisch. Man darf nichts alleine kopieren sondern die Dozenten hinterlegen ihre Texte und man geht dann in den Kopierraum, sagt einer Senora welcher Dozent und welcher Text, sie kopiert einem das und man bezahlt nur allein. Was mach ich wenn ich mal was aus der Bibliothek kopieren will?

Tja, mein Stundenplan steht zwar schon irgendwie, trotzdem hab ich keine Ahnung was in den Kursen überhaupt passiert. Da steht dann vorne ein Mann oder eine Frau auf so ner Art Bühne und erzählt irgendwas, alle sitzen davor und glotzen. Am Ende lachen alle und gehen nach Hause. Ich lache dann brav mit und denk mir nur "??".
Ich hasse ja schon Dialekte, aber der Andalusische ist jawohl mal echt zum kotzen. Könnt ihr nicht einfach aussprechen, was ihr denkt oder was ihr auch schreiben würdet?
Chie sagt mir ich bräuchte mehr Geduld. Mit wem? Den Dozenten, dass die endlich richtiges Spanisch lernen? Wieso geh ich dann in den Sprachkurs?

Naja, meine Kommilitonen sind aber insgesamt immer sehr nett und hilfsbereit. Was mich nur wundert ist, dass alle sehr jung sind. So 18 oder 19. Die müssten doch eigentlich auch schon längst alle im Bett sein, wenn die letzte Vorlesung um 22.00 (!!)Uhr aufhört. Scheinen aber alle gewöhnt zu sein. Ist ja auch nichts besonderes, wenn wir um 24 oder 1 Uhr weggehen, dass da alle kleinen Inmaculadas und Pedros noch fröhlich auf der Straße fangen spielen. Interessant!

Hier noch ein paar Fotos von meiner ersten Salsaerfahrung letzten Sonntag. Hoffentlich auch nicht meine letzte.

Wir mit Omar, der der Mitbewohner einer Freundin von uns ist und zufällig auch Tanzlehrer und Exilkubaner.




Montag, 22. Februar 2010

"Schneewüste des Todes" Das Buch zum Film

Ich hätte wissen müssen, das es keine der besten Ideen ist, an einem Samstag den Bus durch tausend Serpentinen auf ca. 3000 Meter zu fahren um die Sierra Nevada zu besuchen.
Auf dem Weg wird einem schlecht. Es ist kalt. Eine Millionen Spanier, die wie die Ameisen sich die Skischuhebedeckten Füße platt treten und dabei in ihren 70er-Jahren-Skianzügen wie eine Horde Marshmellowmen aussehen. Uff!

Ja, Schnee ist was ganz ganz tolles. Ein Wunder um genau zu sagen. Der Meinung ist man zwangsläufig auch, wenn man mit Australierinnen hinfährt, die zum ersten mal mehr als 2 Flocken auf dem Boden sehen. Gibt man ihnen dann noch Kameras in die Hände, dann werden die Aktivitäten auf genau EINE begrenzt...
Ich hatte mit vorgestellt, wir machen einen Schneespaziergang, ein bisschen den Berg hoch, ein bisschen runter, eine neckische Schneeballschlacht, wir bestaunen die Aussicht und dann wenn die Kält kurz vor der Unterhose ist, finden wir uns in eine kleine einsame Hütte ein und trinken ein Heißgetränk aus handbemalten Krügen bevor wir erschöpft aber glücklich nach Hause fahren.
Tja, Scheiße!
Ich musste für gefühlte 1000000000 Fotos posen, die ihr euch so vorstellen dürft: Wir machen Schneeengel, wir bauen einen Schneemann und posen mit dem Schneemann, wir springen im schnee alle zusammen hoch, wir machen eine Schneeballschlacht, wir posen vor den Bergen, vor einem Haufen braunem Matsch, wir machen Olympische Disziplinen nach (ich war der Bob und eine Eisläuferin), wir posen vor dem Lift, dem Skiausrüstungsausleihgeschäft, auf der Sonnenterasse, vor und im Bus und dabei wie wir wie zufällig Schnee in die Luft werfen (wieso sollte man das tun??). Und man konnte dem ganzen Trubel gar nicht entkommen, da das ganze Gebiet mit seinen ekligen Hotelriesen aussen rum abgeriegelt ist wie Fort Knox, man kommt nur im Bus und Begleitung rein oder raus.

Und nun seht selbst. Ein mal schöne Bilder auf denen man nichts von meinem Ärger sieht, bitte!
Und ab!





Kate und Ariani



Las Gran Capitanas

Kurzer Zwischenblog für ein paar Fotos.
Noch hab ich nicht alle drauf, da Monica seit einigen Tagen nach Malaga zu ihrer Familie verschwunden und Martta nicht vor die Linse zu kriegen ist.

Sigrun, die nun wieder im kalten Deutschland hockt.

Chrissi

Chie

Chrissi und Chie



Freitag, 19. Februar 2010

Uff..

...ist offensichtlich ein typisch Spanischer Ausdruck für Resignation. Aber nur wenn er wirklich mit richtig viel U und ff angewandt wird.

Momentan weiß ich schon gar nicht mehr was in den letzten Tagen alles passiert ist.
Ich hatte mein Einstandsessen mit lecker Frikkos und Kartoffelsalat. Gemeint war dieser bayrisch= lauwarm, leider zögerte sich alles noch weiter hinaus, sodass er dann doch nur normal deutscher = kalter Kartoffelsalat wurde. Ich denke niemand sah den Unterschied. Danach gings ins "Granada Diez", das man an sich mal von innen gesehen haben sollte, da es ein altes umgebautes Kino ist. Von der tanz-und-ertragbarkeit hat es aber eher fraglichen Charakter. Naja, mit genug Tinto im Blut geht alles.

Hab mein Zimmer endlich bezogen. Was ich in der ersten Nacht rausfinden musste ist, dass es an einem Fahrstuhlschacht liegt. Noch reißt es mich aus den Träumen, aber ich glaub ich werd mich dran gewöhnen. Pluspunkt: die Heizung funktioniert ganz wunderbar (noch braucht man sie).
Zum Einzug schenkte ich mir selbst eine hübsche Schreibtischlampe vom "Chino". Der sogenannte Chino ist übersetzt "Der Chinese" oder angewandt auch so was wie jemand der dich übers Ohr haut. Interesant. Noch komm ich mir nicht sehr über Ohr gehauen vor. Dort gibt es feine, billige (in Qualität und Preis sogleich) und bunte Dinge, die man einfach alle (nicht) braucht.

An dieser Stelle will ich mich von Siggi verabschieden, die meine Obdachgeberin hier in Granada war. Ich weiß nicht ob sie es wirklich liest, aber in ein paar Stunden macht sie sich nach einem halben Jahr wieder auf den Weg Richtung Alemania. Ich werde versuchen dich so gut wie geht zu vertreten (nicht ersetzen). Viel Glück mit den streikenden Lufthansianern. ;)

Montag, 15. Februar 2010

Okay, keine Lust mehr auf blöde Überschriften für Bilder auf denen man doch sowieso erkennt was drauf ist!






Mi casa es tu casa!


Bisher noch meine Ruhestätte im....
Wohnzimmer.
Bellevue ist ja nix dagegen.
Der letzte Blick vor dem Sprung.

Schultüteninhalte

Was in Deutschland der vielzitierte und zerrissene SALE ist, ist hier der "Rebaja". Aber im Gegensatz zum Kapitalismuskapital ist Reduziert hier ernst gemeint. Die Preise sind absolut und ungelogen der Oberhammer. Dass man nicht beim bezahlen noch ein Tshirt gratis kriegt ist echt alles.
Meine Ausbeute: Ein Kleid, ein Top, ein Cardigan = 22 Euros

Heute begann die Einführungswoche für mich und alle anderen. Da gabs Informationen en mas und viel Papierkram sowie Bleistifte umsonst. Jetzt weiß ich alles über Sprachkurs, Einschreibung, Fakultäten, Studentenausweis, Mensa, Kultur- und Sportangebote und 1000 andere Sachen. Also das ist ja wirklich alles ganz toll organisiert aber nach 2 stunden kann man doch echt nicht mehr alles aufnehmen. Dass ich ein Dokument nicht dabei hab und deswegen morgen (oder irgendwann halt) nochmal wieder kommen muss, hab ich wohl verstanden. Dass hier zwar alles irgendwelche Deadlines hat, man aber eigentlich kommen kann wann man will auch. Ich glaube, daran könnt ich mich gewöhnen.

Gleich wird es für mich noch eine Premiere geben: wir machen frittieren Berliner/Krapfen oder wie Chie behauptet in Japan hieße das Donout.
Schöne Überleitung übrigens zu etwas, was ich noch loswerden will.
Wenn ihr mal nach Spanien kommt, esst mindestens 1 Jahr vorher schon keine Chips mehr. Die gibts hier zu allem, was man bestellt und sowieso immer dazu. Chips, Chips, Chips. Ich fühl mich so fettig auf der Innenseite meines Körpers!

Sonntag, 14. Februar 2010

Telefon fijo

Haben wir auch: Festnetz

0034 958272813

RUFT MICH AN!

Für alle die meine Handynummer noch nicht haben: 0034 622166851

Und noch was: Ich schreibe meine Posts zu ganz normalen Tageszeiten. Wenn ich Sie nachts schreiben würde, wären sie doch eher uninformativ. Sprich: ich weiß auch nicht wieso immer so unkatholische Zeiten angezeigt werden.

Samstag, 13. Februar 2010

Ein Umzug bei dem man mit allen seinen Sachen auf der Straße steht während man eingeschneit wird? Das das hier möglich ist hätte wohl niemand gedacht. Alle Spanier sind völlig durch den Wind und laufen nur noch mit Regenschirm rum (auch wenn es wie jetzt nicht mehr schneit/regnet). Am meisten durchgedreht sind aber Ariane und Erika aus Australien, die noch nie in ihrem Leben echt Schnee gesehen haben. Für die war das ganze so unglaublich spannend, dass wir erstmal auf die Dachterrasse vom Hostel fahren mussten um das ganze mit ca.200 Fotos festzuhalten.

Ich bin also gestern umgezogen. Irgendwie hab ich das Gefühl ich hab jetzt schon mehr Zeug zu tragen als noch vor einer Woche (EINE Woche, könnt ihrs glauben?).
Vorerst campe ich noch im Wohnzimmer auf zwei extrem durch gelegenen Matratzen, aber morgen, wenn Siggi wiederkommt zieht sie in das Zimmer von Monica und dann kann ich endlich rein.
Irgendwie ist hier aber auch ständig was los. Dauernd kommt jemand rein, Freunde sind da, man geht mit denen weg, man kommt wieder und geht nochmal los, hier ein Tapa, da ein Bier und vielleicht noch einen Kaffee? Momentan für mich noch etwas anstrengend, da ab jetzt alles nur noch auf Spanisch und nicht mehr wie im Hostel Englisch abläuft. Abgefahren wie wenig und wie viel ich versteh. Und auch wenn ich den Gesprächen folgen kann ist es doch schwer selber etwas beizutragen. Aber ein Glück haben da alle Verständnis für und erklären immer alles Annette-gerecht. Warum hab ich die Vergangenheitsformen nicht besser geübt? Die braucht man doch ständig. Joder!

Donnerstag, 11. Februar 2010

Es ist soweit. Ich habe ein neues Zuhause.
Nach insgesamt 12 Wohnungsbesichtigungen und 12 mal das gleiche fragen und sagen, interessiert
gucken auch wenn ich am liebsten weglaufen würde. Adios Hostel, hola Dachterrasse mit Blick
über Granada. Adios 10-Bett-Dorm, hola Zimmer mit Bett, Schrank, Tisch und alles was man
(z.B. ununterbrochener Schlaf) braucht.
Ihr habt doch alle drauf gewartet, dass ihrs googeln könnt:

Señorita Annettita Feldmano
Plaza Gran Capitán 2, 7°C (wer aufgepasst und aufmerksam gelesen hat, weiß, dass das nicht 7
Grad heißt)
18002 Granada

Post ist immer willkommen.
Also hier die Infos (fotos folgen): es gibt 5 Zimmer mit einer Finnin, einer Spanierin,
einer Japanerin, mich und noch ein leeres Zimmer. Schade, dass ich irgendwie doch immer nur
mit Frauen zusammen wohne. Interessant. Es sind alle sehr nett und wollten mich unbedingt kennenlernen, deswegen geh ich heute nachmittag auch nochmal hin.

Wir haben ein großes Wohn/Esszimmer mit, wie gesagt, Dachterrassenanschluss. Dort steht auch
ein Gästebett und Sofas auf denen man schlafen kann, also PLatz für alle Gäste ist reichlich
vorhanden. So genau hab ich alles noch nicht unter die Lupe genommen. Ihr werdet wohl warten
müssen, bis ich wirklich drin wohne, was wohl die nächsten Tage passieren wird.

Ab jetzt bin ich einfach nur faul. Gammel mit den andern in der Lobby rum, trink den 32 Tee
heute (ist ja umsonst) und mach eigentlich alles, ausser mich um irgendwelche Sachen kümmern.
Aber die können auch warten. Oder?

Mittwoch, 10. Februar 2010



Horronacht. Aber was erwartet man schon in nem 10Bett-Zimmer.
Menschen, denen ich gerne gestern ein Kissen aufs Gesicht gedrückt hätte: der südkoreaner,
der wie ein nordkoreanischer Kommunist schnarcht, das holländische Mädchen unter mir, dass
im Schlaf wie Frau Antje redet und der Unbekannte Mann, der für sehr lange irgendwas
anscheinend super witzig fand und nicht aufhörte zu giggeln.
Aber das Frühstück entschädigt ja oft für viele Dinge. Es gibt hier Müsli, Cornflakes,
2 Sorten Toast, Kaffee, Tee, Nutella, Marmelade und Saft. Nicht schlecht Senor Specht.

Ab dann gings mit den Wohnungsbesichtigungen weiter. Ich kann es gar nicht alles aufzählen,
es ist immer irgendwas. Ich kann es gar nicht genau sagen: Zu weit weg, nur Spanier,
keine Spanier, zu teuer, zu klein. Ich bin nicht wählerisch, ich zähle nur auf. Ich will
mir auch einfach erstmal so n Bild machen, wie die Wohnungen hier so sind, was man erwarten
darf und was nicht.
Dinge, die man anscheinend NICHT erwarten darf: Heizung und Fenster, durch die man keine
Wand sieht. Auch öfen sind rar.
Was ich sehr praktisch finde, ist, dass die Wohungen Nummern haben, man also nich immer
endlos nach dem Namen, der zu besuchenden Person suchen muss. Mein Zimmer in meiner Wohung in Münster wäre also gewesen: Calle de wesel 325, 1°B (also Primera Planta/Stock die Zweite Wohnung).

Durch das ganze rumgelaufe hab ich jetzt schon einen recht guten Überblick, weiß welche
Viertel eher Scheiße und welche heiß begehrt sind. Granada zeigt sich dennoch immernoch von
seiner/ihrer (?) unschönen Seite. Für alle Smalltalker: Es ist 10°C und es regnet.

Gefühlspaten: Die Pilgrimfathers - auf der Suche nach einem neuen Zuhause


Montag, 8. Februar 2010

Malaga - Die erste Nacht

Angekommen.
Wie immer war die Reise mit Ryanair ein wahres Vergnügen. Stewardessen, die einen den gesamten FLug mit irgendwelchen völlig überteuerten Cheesburgern oder Gewinnspielen nerven. Wenn ich ne Kaffeefahrt gewollt hätte, hätte ich eine gemacht, okay? Das einzig gute an diesem Flug war der Preis und das NICHT geklatscht wurde trotz der obligatorischen Fanfare.

Raus ausm Flughafen (endlich mal ein richtiger FLughafen und nicht so n Garagenartiges Ding mitten aufm Land) und rein in den Bus. Der Busfahrer war zwar sehr nett und anscheinend Bob Marley-Fan, aber er hat mich leider gottes an der flaschen Haltestelle rausgelassen. So musst ich nun mit all meinen Klamotten einmal quer durch die Stadt. Zum Glück gabs überall Karten.

Im Hostel angekommen hatte ich eigentlich irgendwen erwartet der an der Rezepzion sitzt oder so. Fehlanzeige. Irgendwer hat dann irgendwen angerufen und ne habe stunde später tauchte dann auch jemand auf. Zeit genug um Stefani und Sooi aus Belgien kennen zu lernen. Wenn dann noch meine Kreditkarte geklappt hätte wäre alles gut gewesen. Schade.

Heute gehts mit Lena und Laura aus USA nach Granada, die beiden sind aber nur auf der durchreise. Mal sehen wie wir zum Busbahnhof kommen. Ich hab absolut keine Lust nochmal zu Laufen.

Freitag, 5. Februar 2010

34,5 Stunden to go!

Erster Eintrag he? Und schon geht dahin die Blogjungfräulichkeit.

Noch läuft alles wie bisher. Regen, unfreundliche Verkäufer, die Tagesschau und Regen wechseln sich ab. Doch seit ich vor ca. 3 Minuten ausgerechnet hab wieviele Stunden es noch bis zum Takeoff sind, wird mir schlagartig klar, dass die ganzen Klamotten, die hier aufgestapelt liegen irgendwann auch in den Koffer müssen. Irgendwann muss ich auch dem letzten Tschüß und immer wieder "Danke, danke." auf das obligatorische "Viel Spaß!" sagen. Irgendwann wird die letzte deutsche Talkshow geguckt, das letzte Glas Agua con gas getrunken, das letzte mal auf einer guten Markenmatraze geschlafen und das letzte mal gedacht, dass in meinen Leben ja ach so wenig aufregendes passiert. SCHLUSS DAMIT!

Gefühlspate: Hänschen Klein