Mittwoch, 9. Juni 2010

Staubwolken unter dem Rieserad

Wir schauen in den letzten Eintrag! Da steht was über "Corpus Christi" und Feria?
Was hat denn Fronleichnam in Spanien zu bieten?

Letzten Mittwoch machten wir uns auf genau das herauszufinden.
20 Extrabusse fahren den ganzen Tag und Nacht raus aus der Stadt (und kosten dabei doppelt soviel) um dich an einer staubigen Ecke mit einem Mop an lustig angeheiterten Menschen rauszuwerfen. Wenn es um Feria geht sind wirklich alle Spanier am Start und dann gibt's kein zurück mehr. In den "Casetas" (Festzelte) wird gegessen, getrunken und Flamenco getanzt. Es gibt die edlen, wo man auch nur mit VIP-Ausweis reinkommt und die, für den Josénormalverbraucher. Aber egal welche, alle sind von irgendeiner Organisation, Partei, Firma oder Institution und je nachdem ist es dort lustig oder her nicht so. Zum Beispiel will man in die von der eher rechts ausgerichteten PartidoPopular (PP) eher nicht rein, dafür aber in die von der Uni Granada (UGR) oder einem kleinem Kinoliebhaberverein (da waren wir dann). Wenn man keine persönliche Beziehungen zu irgendeinem Verein oder so hat, dann kann man wunderbar über das Gelände schlendern und sich einfach die schönste aussuchen. Teuer ist es überall!
Wenn man sich dann aus sparmaßnahmen eher mäßig vollgefressen hat geht es weiter um ein bisschen das Tanzbein zu schwingen und dabei ordentlich den Staub aufm Boden aufzuwirbeln. Dafür gibt es dann die Casetas, wo nur getanzt wird. Da hat man die freie Auswahl zwischen House, Trance, HipHop, Schlager, Mallorca-Schlager und einfachnurzumkotzenmusik. Ein Freund hatte mir den Tipp der "Caseta de Meneíllo" gegeben. Diese wird jedes Jahr von der eNRD (accion en red) organisiert, eine kleine NGO, die sich für gesellschaftlichen Wandel und soziale Gerechtigkeit einsetzt und dazu noch einen geilen Musikgeschmack besitzt. Nun, ich sag mal, dafür geb ich doch gern mein Biergeld aus.
Además gabs auch noch die "Cutre Chou", ein politik-kritisches Theater, von dem ich ohne Magali vermutlich doch eher nichts verstanden hätte, die Kostüme waren aber auch schon so zum schreien.
Wir tanzten also die ganze Nacht unter freiem Himmel im T-shirt (es wird irgendwie nie mehr kalt) und um fünf gabs noch Burger vom Stand nebenan während noch tausend Kinder in ihren Caballerokostümen oder Flamencokleidchen fangen spielten. --> Darauf bin ich übrigens stark neidisch. Hätte ich am Anfang gewusst, dass das Gesellschaftlich so akzeptiert ist, diese Bonbonartigen Dinger alle paar Wochen anzuziehen, sich megamäßig aufzubrezeln und durch die Straßen zu schlendern, hätte ich mir auch eins gekauft.
Ach ja, die Kirmes stellt übrigens die zweite Hälfte des ganzen dar. Die ist aber wie jede Kirmes auf der ganzen Erde laut, langweilig und teuer.

Das war letzte Woche.
An dem Tag hatte ich auch noch allen Grund zu feiern, denn meine erste Klausur war vorüber. Ging alles ganz gut, nur die 5 Phasen der Pensionierung fielen mir nicht mehr ein, die ich aber dann bei meiner Nachbarin abschreiben durfte. Jetzt gehts weiter mit lernen, was doch mehr ist als ich dachte und da alle meine Noten in Deutschland zählen, will ich wenigstens versuchen mehr recht als schlecht hier raus zu kommen. Deseadme suerte!

Bis bald..

Das ist wohl DAS Traditionsgetränk schlechthin
auf der Feria. Irgendein Weinlikör oder so.
Keine Ahnung, schmeckt scheiße!







Dienstag, 1. Juni 2010

Mai rum. Juni da.

Ich lasse meine Gedanke kreisen, kreisen, kreisen, kreisen...was ist im letzten Monat passiert? Und was davon erzähl ich euch?? Kreis, Kreis, Kreis...

Also nachdem ich Zahnmäßig wie n Pirat mit Skorbut im Endstadium aussah (Achtung: starke Übertreibung!) und am 12.Mai in mein Logbuch schrieb:"Immernoch nicht beim Arzt gewesen. Noch nichtmal angerufen. Ich glaub mir muss der Zahn erst abfaulen bis ich was tu." musste was passieren. Soweit ist es dann ja auch nicht gekommen. Nach zwei Wochen Krater im Mund, hatte ich einen Termin bei Frau Dentista Jadón, die eine kleine Praxis gegenüber dem Kino inklusive einer extremst netten Sprechstundenhilfe hat. Was die Professionalität angeht, lässt, denk ich, Spanien einfach zu wünschen übrig. Während ich behandelt wurde, quatschten die beiden munter über irgendeinen Schmuckladen und meine neue Füllung wurde geföhnt. Kein Mundschutz, keine Handschuhe, kein Sabberschutz und ich hab so ein Gefühl, dass mein Loch mit Spachtelmasse gefüllt wurde. Am Ende wurde mir noch ans Herz gelegt, harte Dinge eher immer auf der anderen Seite zu kauen oder ganz sein zu lassen. Schade, ich knabber doch so gern an meinem Fensterbrett. Dafür kostete mich der ganze Spaß nur 45 Euros, die ich jetzt mal fix bei meiner Kasse einreichen werde.

Johanna und Helge (die Aquisgrán-Fraktion) waren más o menos 5 Tage da und Kinder, es war herrlich. Neben spazieren gehen, den ganzen Tag von Tapas und Tinto leben, einkaufen, an den Srand fahren und von der Terasse aus die Schwalben füttern haben wir noch Marttas 27.Geburtstag gefeiert und sind über Guadix nach Cabo de Gata gefahren, wo eine Szene aus Indiana Jones und der Tempel des Todes gedreht wurde. Wenn das nicht Programm ist!

Letzten Sonntag war ich mit Magali und Erika wandern. Ich hätte es besser wissen sollen:
Etwas chaotisch und mit dem falschen Plan (wär ich doch mal Pfadfinder gewesen) irrten wir auf staubigen andalusischen Wegen in der Mittagshitze herum. Eine bestimmte Person, deren Namen ich jetzt nicht nennen möchte, meinte auch bei jeder Gabelung DAS hier wäre AUF JEDEN FALL der richtige Weg. Nun, als wir nach gefühlten 37 Stunden ohne Schatten ein Haus fanden, fragten und der Herr einen Himalajaähnlich hohen Berg hinaufzeigte war für mich die Sache gelaufen. Ich bin einfach kein Wandervogel, sondern mit Fahrrad geboren. Magali jedoch war nicht davon abzubringen dieses "ding" zu bezwingen und nach einer kleinen Diskussion warteten Erika und ich unten im Schatten und mit kühlem Bier (das Haus war auch ein Restaurant, wie unangenehm) und perfektem Blick auf den Weg, wo meine verrückte Lieblingargentinierin wirklich Meter um Meter dem Himmel entgegen ging. Sie kam auch heile wieder runter, es gab noch Eis für alle und mit Sonnenbrand auf der Oberlippe saßen wir schlussendlich wieder im Bus nach Haus.

Alle meine Kurse sind spätestens heute zu Ende gegangen. Meine Spanischklausur hatte ich schon und die anderen kommen. Ich kann nicht glauben, dass alles so schnell vorbeigegangen ist. Moment, doch kann ich. Ich hab jeden Tag mitgenommen und genossen. So wurde ich nicht so wirklich von dem Ende überrumpelt und dennoch herrscht irgendwie ein Zustand leichter Verwunderung. Aber noch ist ja nicht alles vorbei. Das Beste kommt ja zum Schluss...
Zum Beispiel:

- ab morgen ist "Corpus Christi", mal wieder ein toller spanischer Feiertag, der sich diesmal aber eine ganze Woche ausdehnt und mit Kirmes, Konzerten und Trinkzelten geschmückt ist. Danke an dieser Stelle Jesus für seinen Körper. Olé!

- es ist im Moment unglaublich heiß. Heute waren es glaub ich wieder 38°C (Tendenz steigend). Ich konnte ja zum lernen mit Monica in die klimatisierte Bibliothek gehen, aber die arme Magali muss mittags 5 stunden draußen stehen und Guiris (Turis) vollquatschen.
Nachts schlafe ich nur noch mit offenem Fenster und ohne Decke und schon morgens um 9 ist es so warm, dass ich aufwache und es wieder zu mache.
--> Wenn mir noch EINER aus Deutschland sagt:"Kannst du nicht was davon rüberschicken?", dann... ach ich weiß auch nicht, kann es doch auch nicht ändern, dass ihr in der falschen Klimazone lebt.

- meine Pläne für den Juli wachsen und gedeihen. Nur ein Vorgeschmack: Marokko, ganz Andalusien, Barcelona und irgendwie zurück.

- ich konnte doch darauf vertrauen, dass sich alles hier nochmal ändert. Ich spreche hier von Daten. Folgendes: eigentlich hatte ich eine Klausur am 24.juni, was sowohl einen Tag nach meinem Cumple als auch der Tag nach San Juan ist. Am 23. fahren zur Feier des heiligen Johann hier in der Gegend alle an den Strand, feiern, es gibt Feuerwerk und Rambazamba. Wenn ich also meine Klausur am nächsten Tag gehabt hätte, wär das wohl für mich ausgefallen. Ein Glück hab ich die nun schon morgen und dann geht's mit Geburstagstorte nach Almeria!!!
Für alle Espanophonen (??): "El acto se celebra en la víspera de San Juan se celebra en la noche de 23 en la playa, donde miles de personas se reúnen en torno a centenares de hogueras en ferviente anticipación. A medianoche los fuegos artificiales emiten un brillo reluciente sobre el mar."

So, ich bin raus.
Muss morgen früh n paar Kreuze machen und dann an meiner gleichmäßigen Bräunung arbeiten bevor es auf der Wiesn Andalu-style geht. Prost!

Das wandern ist nicht meine Lust!






Der Brunnen im Dorf der laut Name 16 Kräne haben soll. Wir zählten aber 17..

Montag, 10. Mai 2010

Zwischendurch

In unserer schönen (der Mitbewohnerinnen wegen), aber stets kaputten und abgewrackten Wohnung gab es bis letztens noch einen Fernseher, der sagen wir mal Postkartengröße hatte. Übertrieben, ist klar. Was aber auch übertrieben ist, ist, dass unser Vermieter, als die Postkarte kaputt ging, uns nach einer Woche ein Public-Viewing ähnliches Ding ins Wohnzimmer stellte. Jetzt haben wir ein Heimkino, das spanische Programm wird dadurch leider Gottes auch nicht besser. Und wo wir grade von Gott sprechen (Also echt, meine Überleitungen heute) wollte ich euch eigentlich nur erzählen, dass es da diese putzige Werbung gab:

Spanier sind im Grunde ihres Herzens ja grundkatholisch. Nicht so schlimm wie die Iren, dafür auf eine kitschigere Art und Weise. Dass wir im 21. Jahrhundert angekommen sind haben sie auch schon verstanden, deswegen kann man jetzt, wenn man mal wieder kein Zeit hat um in die Kirche zu gehen, einfach per SMS irgendwo eine elektrische Kerze anzünden lassen, der dann nach 20 Minuten Leuchtdiode wieder der Strom abgestellt wird. Das ganze wird zu der besten Sendezeit im JackLeLane-PowerJuicer-Style präsentiert. Ich war soooo kurz davor anzurufen.

Samstag, 8. Mai 2010

Tanz in den Maidrid..

Anni war da. Mit einem Tag Verspätung zwar, aber "no pasa nada", oder nicht? Diesmal war es nicht die böse isländische Wolke schuld, sondern die Busse in Malaga, die einfach alle shcon voll waren. Was wollen die Leute denn alle in Granada an einem Dienstag abend? Wir werden es nie erfahren. Nun, so war sie dann von Mittwoch Mittag bis Freitag mittag da. Kurz und Schmerzlos, dafür umso lustiger. Ein Quickie mit Anni: Schon probiert?

Aber zurück zu Freitag mittag. An besagtem Tag machte ich mich auf den Weg ins schöne Madrid. Überaschung! War auch ziemlich spontan, so wie irgendwie alle meine Exkursionen hier. Ich plane doch eigetnlich so gerne. Naja, hier ist halt alles anders.
Ariani, Kate und deren Freundin Dharnae (Do-nä) (eine reisewütige Australierin aus Paris auf Spanienbesuch) waren schon am Freitag morgen um halb acht mit unserem Freund Ryan(air) geflogen, ich bevorzugte da doch den 5stündigen Bus um eins. Genau den hätte ich auch beinahe wegen den lahmarschigen Granadinischen Bussen verpasst. Aber halt nur beinahe..und so ging die Fahrt doch ziemlich schnell vorbei. Dank an dieser Stelle gilt meinen Profesorinnen, die mich mit Aufgaben zubomben. Nein, eigentlich geht der Preis und Aplaus an meinen kleinen Laptop, mit dem man so wunderbar und einfach überall hin und arbeiten kann. Vielleicht sollte ich mich auch selber loben, dass ich ihn mir gekauft hab? Oder die Samsungerfinder? Herr Samsung? --> Ich schweife ab!
Steigen wir da wieder ein, wo ich aus dem Bus an der "Estación Sur" ausstieg. Ich hatte mir vorher zwar die Adresse für das Hostel rausgesucht, leider waren auf der Webseite keine Instruktionen zu finden wie man dahin kommt. Ich dachte, macht nichts, Menschen die in der Metro arbeiten werden mir schon helfen. Leider wollten sie das aber nicht und haben mich immer wieder weggeschickt. Ein Glück waren aber ja die Mädels schon da und mit spanischen Handys ausgestattet. Wenn man erstmal weiß wohin man muss, macht Metrofahren auch richtig Spaß. Find ich jedenfalls. An Service allerdings bevorzuge ich die jute kölsche KVB.
UNser Hostel ("Cat's") war unglaublich zentral, hübsch, billig und gut organisiert. Gerne mache ich dafür an dieser Stelle Werbung.
Die anderen waren den ganzen Tag im Prado gewesen und dementsprechend müde und plattfüßig. Schade, denn ich war so extremst unternehmungslustig, dass ich mir im Pulpo-Restaurant (Oktopussarme frittiert) gleich mal an einem Stück Brot ne halbe Blombe rausgebissen hab. Nicht so schlimm, aber vielleicht werd ich doch mal ne "Clinique dental" aufsuchen. Que miedo!
Am nächsten Tag gings dann früh raus um erstmal das Hostel zu wechseln, da im alten für Samstag nichts mehr frei war. Im neuen wollten die zu Anfang überhaupt gar kein Geld von uns, aber am nächsten Tag leider schon. Nun, dieses Hostel kann ich nun wirklich niemandem empfehlen. Es hat A: keine Decken, B: kein heißes Wasser und C: immer nur einen Schlüssel für jedes Zimmer (total dämlich). Wurscht. Wir waren ja sowieso nur zum Schlafen da und verbrachten den Tag in der Stadt, im Park, an diversen Schlössern und in der Metro, wo wir Zeuge eines Überfalls wurden und uns ganz schnell aus dem Staub gemacht haben. So schnell und doch so unauffällig bin ich noch nie gelaufen. Später trafen wir dann viele viele Freunde von Freunden von Dharnea und waren hinterher eine riesen Gruppe, mit der wir dennoch einen TIsch in einem süßen Restaurant bekamen und den ganzen Abend Tapas aßen. Warum wir die bezahlen mussten hab ich aber nicht verstanden. In Granada sind die doch immer umsonst?
Nun das Prado hatte ich wohl nun verpasst, aber Reina Sofia wollt ich mir dann doch antun. Leute, zu viele Bilder auf zu vielen Räumen. Wir hätten TAGE da verbringen können und wollen. So sahen wir Miró, Guererro, viele andere und natürlich: Picassos "Guernica" (1937, Öl auf Leinwand, 349 cm × 777 cm). Wer jetzt aufgepasst hat sieht sofort, dass das Ding einfach riesig ist. Mit den Hintergrundinfos und viel lesen war das wirklich ein imposantes Erlebnis. Auch imposant war, dass an beiden Seiten Leute stehen und immer "NO FOTOS!!!!!" schreien (ja schreien), wenn wieder irgendein doofer Guirie seine Digicam zückt. Es war also ein imposant lautes Erlebnis, was durch das ständige piepen der Alarmanlage, wenn jemand die Markierung (die aber auch blöderweise die gleiche Farbe hat wie der Marmorboden = grau) übertretet.

Das wars dann auch schon fast. Hundemüde fuhren wir wieder 5 Stunden nach Hause und als ich endlich ausstieg und die gute Granadinische Luft einatmete, dachte ich, dass ich doch immer wieder diese wunderbare Stadt wählen würde. Immer wieder!

Plaza Mayor

Reina Sofia

Km 0 (von hier aus gehen alle Straße Spaniens aus)



Die älteste Markthalle Madrids




Montag, 26. April 2010

2 Frauen, 2 Männer, ein Auto

Wir hatten wirklich die besten Intentionen alles Richtig zu machen.
Alles schien so einfach, so organisierbar.

Magali bekam das Wochenende frei und weil das wahrscheinlich nie wieder vorkommen wird nahmen wir uns vor uns nichts vorzumachen (ich finds witzig) sondern einfach Michi (Österreich) und Steven (Austin/Texas) einzupacken, ein Auto (Aurigacrown) zu mieten und ab in den Nationalpark "Cabo de Gata" (Almeria) zu fahren. Dort gibts Strände, Vulkane, Flamencos (dt.Flamingos) und so Naturzeug eben.

Michi und ich waren als Fahrer eingetragen und weil nur der Esel sich immer zuerst nennt fuhr halt Michi zuerst. Nein, eigentlich aus keinem bestimmten war es so und nach vielleicht anderthalb Stunden wollten wir wechseln. Wir nahmen also eine Abfahrt und....

...auf einmal war da einfach mal keine Straße mehr sondern eine Kiesgrube, in die wir mit 100 Sachen reinrasten. Nach dem ersten Schock stiegen wir aus und mussten erstmal durchatmen. Niemandem was passiert. Nur das Auto steht n halben Meter tief im Kies. Schade. Die nächste Stunde versuchten wir mit Leibeskräften das arme Ding wieder raus zu fahren. Nichts zu machen außer viel Staub auf zu wirbeln. Im Gegenteil. Ich glaube wir haben's immer tiefer rein gesetzt. Irgendwer hat dann auch mal angehalten und gesagt, da könnten wir uns auf den Kopf stellen, das kriegen wir da nicht mehr raus und wir sollten n Abschleppdienst holen. Der kam dann auch irgendwann und zog uns für 80 Euro schwarz wieder raus, hat nochmal geguckt (irgendwie lagen da nämlich so viele Plastikteile, die offensichtlich von der Unterseite eines Autos stammen in der Grube) aber ist ja Spanien, also:"No pasa nada!" und weiter geht's. Wir fühlten uns gerade wieder frisch, fromm, fröhlich und frei...
Ein Glück hatten wir uns die Handynummer von Abschlepp-Alex geben lassen, denn nach ner halben Stunde fahren kam auf einmal ein riesen Lärm vom linken Reifen vorne und ich dachte schon er wäre geplatzt, aber es hatte sich NUR die gesamte Ummantelung, die den Reifen vom Motor trennt gelöst und hing halt noch so halb dran. Abreißen ging nicht, dranlassen und weiterfahren auch nicht, also was tun? Alex, der Retter der enterbten, kam, lachte uns aus und meinte trotzdem immer noch (mit einer Gelassenheit die schon an diverse Drogen erinnert) "No te preocupes.", nahm das Auto aber mal hinten drauf und fuhr mit uns in seine Werkstatt. Ich glaub die Welt könnte untergehen, solange Alex in seinem Abschleppauto sitzt, kann alles nicht so schlimm sein. Seelenruhig schraubte er das Plastikding ab, wollte weder Geld noch Wein von uns und winkte zum Abschied. Crazy Spanier!

Ab da ging dann so ziemlich alles Bergauf: wir verbrachten den Rest des Tages (Granada - Cabo de Gata = 178 km = 5 Stunden (in unserem Fall)) an einem wunderschönen Strand mit Boule spielen, schwimmen, Wein und Brot. Wat willste mehr?

Puuh Leute, ich hab keine Lust mehr zu schreiben. Den Rest gebe ich einfach Stichwortartig wieder und wer Details will soll anrufen: Unterschlagung von Hostelgeldern, Wandern in Unterhose, Hacer Dedo, ein Feld, das nach Pizza riecht, wir machen alle Nomen zu Verben und Annette fuhr einfach mal auf der falschen Seite der Autobahn ("Komisch, da kommen so Lichter auf uns zu!"). Jajajaja!

Übrigens: des Rätsels Lösung ist, dass es diese Kiesgruben gibt, falls der höchstwahrscheinlich Fall eintreten sollte, dass die Bremsen nicht funktionieren. Dann kann man da rein fahren und wird von dem Kies gestoppt! Ich wette das Verhältnis von Leuten, die aus Versehen da rein fahren und Leute, die dadurch wirklich gerettet wurden steht 728:1! So ein Glück für Alex.

Cordialmente
Annetti-Kiesgrubetti



Man beachte die Warnweste als Badehosenersatz.

Spricht für sich, ne.

So siehts nicht aus, aber da war noch alles in Ordnung!

Freitag, 16. April 2010

Über den Wolken (eyeyey)

Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein? Denkste.
Das eine mal in meinem Leben in dem ein Europaweites Flugverbot ausgesprochen wird (Joder, hatten die Inkas DOCH Recht??) wollten sich eigentlich unglaublich viele Menschen aus meinem Bekannetnkreis in andere Sphären begeben, was nun wohl ausfällt oder auf der Kippe steht.

p.e. (dt. z.B.) meine Eltern sind gerade auf Kontrollbesuch und wer weiß ob sie jemals wieder gehen werden (aaaaaaaaaaaaaaaaaaa)!
Meine Freundin Kate wollte mir ihrer Freundin nach Dublin. Fucking bloody NO!
Meine Mitbewohnerin Martta hatte eine Woche Amsterdam mit ihren Schwestern aus Finnland geplant. Weder sie, noch die Schwestern kamen. Det is niet leuk!
Ein Freund aus Granada ist vorgestern nach Brüssel geflogen und hängt jetzt in Amsterdam fest. Hijo de puta!
Der Mitbewohner eines Freundes hat Eltern plus Bruder aus Norwegen zu Besuch. (Keine Ahnung wie man auf Norwegisch flucht!)
Eine andere Freundin hätte Besuch von ihrem Freund aus Deutschland kriegen sollen. Kannse vergessen!
Meine Mitbewohnerin Chie plant im Juli nach Deutschland zu fliegen und hat nun unglaubliche Bedenken ob das denn wirklich geht???? Nun, ich finde DAS ist etwas übertrieben.

An alle da draußen: die Wolken werden adipösartig immer dicker. Von A nach B steht auf einmal ein ganzes Alphabet.
Ein Glück kann man Hilfe für Kinder und Jugendliche immer noch per Anruf mit dem Truck nach Goedgedacht/Südafrika fahren. Glaubste nicht??
Ich lege euch allen ganz nah an den Herzmuskel euch mal auf dieser Seite umzugucken und mitzumachen. Achtung: Suchtgefahr!

www.mobilombo.de

Danke für eure Aufmerksamkeit und fliegt vorsichtig!


Montag, 5. April 2010

...

Semana Santa





Más más más..

Granada





Todavía más..

El Palmar






Y más...

Cádiz - La Caleta






Samstag, 3. April 2010

Más fotos

Córdoba






Wo war ich?

Ach ja, im Bus. Richtig. Witzige Geschichte, die jetzt folgt.
Ich saß also im Bus in Richtung Cai (So wie Din, Ac, oder Ms). Die nächste und letzte Station würde dann endlich der Busbahnhof dort sein und ich freute mich schon auf ein kühles Bier mit (leider nicht gratis wie Granada) Tapa. Wir fuhren in die Neustadt ein, hielten, ein paar Leute stiegen aus, ich blieb sitzen. Nächste Station, ne. Schade. Leider drehte der Bus um und fuhr wieder in die andere Richtung. Für ungefähr 10 Minuten dachte ich noch, der würde nur n Platz zum drehen suchen, aber als ich in San Fernando ankam und alle Leute ausstiegen war mir klar, das hier irgendwas nicht so läuft, wie ich mir das vorgestellt hatte. Anders als im Internte, auf dem Ticket und und dem Schild im Bus, war nämlich nicht Cádiz sondern halt dieses Kaff die Endstation. Schade. Nun saß ich da am "Culo del mundo" um ja so mitten in der Nacht. Ich denke früher hätten sich da ganz schnell panikartige Zustände eingestellt, aber irgendwie dachte ich mir, dass das ja alles nicht so dramatisch sein kann. Bin ja schließlich in Spanien und nicht im Jemen. Letztens hatte ich schließlich auch 400 Gramm Hackfleisch halb und halb bestellt, dann kann es nicht so schwer sein nach nem Bus oder so zu fragen. Federico oder so, Geschichtsstudent aus Cordoba, wurde auserkoren mich zu retten und hat er auch gemacht. Er lief mit mir zu seiner Haltestelle und zeigte mir dann die, wo ich einsteigen sollte. Long story short, es kam sofort ein Bus und ne halbe Stunde später saß ich mit Jeanette, Sara und Hanna in einer kleinen Bar am Plaza de Mina.
Die Nacht im Hostel war eher kurz und um 11 wurden wir von einer bösartigen Hostelbesitzerin geweckt, wir sollten doch jetzt bitte mal auschecken. Da wir den Samstag in Cádiz bleiben wollten hatten wir uns bei Jorge, einem alten Freund von Jeanette, einquartiert, der praktischerweise direkt am Strand "La Caleta" wohnt. Dort schliefen wir dann ein bisschen nach, abends wurde eingekauft, abgehangen, den Blick von der Dachterasse genossen, spanisches Trivial Pursuit gespielt und abgehangen. Am nächsten morgen...okay mittag gings dann wieder weiter. Nach nem strammen Marsch mit Rucksäcken und Einkäufen gings zum Auto. Kleine Pause am Platz der Kathedrale. Ich hatte die ganze Zeit meinen Laptop dabei und im Bus, sowie immer wieder zwischendurch einen Aufsatz für mein Drogenabhängigkeitsseminar geschrieben, den ich halt an diesem Sonntag abgeben bzw. hochladen musste. Da an diesem Platz Wi-fi ist, konnte ich das auch wunderbar machen und die Ferien fingen für mich erst richtig an.
Die folgenden 2 Tage hatte uns Jeanette ein paradiesartig anmutendes kleines Ferienhaus in "El Palmar", ein mini-surfer-Dorf westlich ca. ne 3/4 Stunde von Cádiz, organisiert. Sie war letztes Jahr wohl öfters da gewesen und kannte die Besitzerin Hille. Hille ist eine alte Hippie-austeiger-Frau mit selbst gebautem Haus, zwei Hunden und einem Herz aus Gold. Wir wurden von ihr wie ihre eigenen Kinder empfangen und betüdelt. Die Zeit war herrlich und so schnell wie der Wind, der da die ganze Zeit pustet. Wir schliefen, lasen, aßen, spielten Doppelkopf (ich werde irgendwann nochmal Profi, ernsthaft), hingen im Garten oder Strand ab, spazierten und alles nochmal von vorn. Hille, ich weiß, wo du wohnst, ich komme wieder.
Der Dienstag kam und wir machten uns auf den langen Weg nach Granada. Die Küstenstrecke über Malaga ist wirklich kein Spaß. Nur Hotelmonstren, die einem die Sicht auf den Atlantik und dann aufs Mittelmeer versperren. Naja, es gab Kaffe-, Pipi-, Strand- und Essenspausen immer wenn wir eine schöne Ecke erspähten. Spät abends kamen wir dann endlich in meiner alten Heimat an. Ein Glück haben wir immer noch keine neue Mitbewohnerin gefunden, denn so haben wir ein hübsches Gästezimmer hier (mein altes).
Am Mittwoch war dann endlich meine erste Semana Santa Erfahrung, die aber eher kalt ausfiel, da wir mitten in der Nacht an einer Ecke so 1,5 Stunden warteten und der Zug (hatte alles so n bisschen Karneval-feeling) immer noch nicht da war. Wir liefen dem ganzen dann einfach entgegen und verzogen uns dann ganz schnell in eine Tetería zum Aufwärmen.
Eigentlich war der Plan, dass die Mädels am nächsten Tag dann ohne mich weiter nach Jáen fahren und ich hatte mich eigentlich schon verabredet, aber irgendwie konnte ich mich doch nicht trennen, da die Zeit einfach so wunderbar gewesen war, also fuhr ich kurzerhand doch noch mit und am Abend mit dem Bus zurück. Leute, fahrt nicht nach Jáen. Das ist hässlich und langweilig. Noch nicht mal das vom Lonelyplanet versprochene Highlight, Metallpalmen auf dem Plaza de la Constitución war da.
Spät zurück gabs noch einen Matetee mit Magali und Chie bevor ich mich dann fix auf den Weg zu meiner Freundin Ariani machte, wo alle anderen auch schon waren um sich von 3 Balkonen, die diese Wohnung hat, die Prozessionen an zu gucken. Der weg war schon fast unmöglich, da an jeder Straße und Ecke und Platz, wo ich hin musste ne fette Prozession war und unmöglich in eine bestimmte richtung zu gehen. Irgendwann hab ich angefangen, immer in die Richtung zu laufen von wo die Leute herkommen, denn das heißt, dass dort alles schon vorbei ist. Für den Weg, normalerweise 10 minuten, hab ich über ne halbe Stunde gebraucht. Egal, denn , Leute, was hab ich für ein Glück. Von da oben ging die Prozession direkt vor unsere Nase vorbei und endlich konnte ich mir alles in Ruhe angucken. Ich muss schon sagen, die Spanier habens drauf ein Spektakel zu veranstalten. Die Kostüme, die Musik. Alles wird natürlich stark Weihrauchgeschwängert. Also, in den Umzügen, die von verschiedenen Brüderschaften organisiert sind, sind immer folgende Figuren vertreten:
- die traurigen Witwen, die eigentlich weinend in schwarz und mit Schleier in Reih und Glied laufen
- die Capuchones, die mit den Kukluxklan-Mützen, sind Leute, die gerne auf dem nachgelaufenen Leidensnweg ein bisschen sühnen und dabei nicht erkannt werden wollen
- Die Vollidioten, die die (ernsthaft) tonnenschweren Kästen mit irgendeiner anderen hübsch aufgemachten Virgen drauf barfuß durch die Stadt tragen. Die Dinger sind riesig und sperrig, weswegen es in Kurven immer wieder probleme gibt. Ein Glück stehen draussen immer zwei Männer in Anzügen, die den Leuten drinnen durch Klopfzeichen ansagen, wie schnell sie wann wohin gehen sollen. Die Armen drinnen sehen ja auch nichts. Einerseits weil das ganze Ding zugehängt ist und weil sie sich zusätzlich noch die Augen verbinden. Das kann man sehen, wenn es einen Trägerwechsel gibt. Nun, zwischendurch wird das ganze auch mal abgesetzt, 3 mal Klopfen. Wie das gehtß? Man muss sich das ganz wie einen Tisch vorstellen unter dem halt Leute laufen und die Tischplatte sozusagen auf ihren Schulter haben und die Tischbeine beim Laufen immer nur ein bisschen anheben. Das ganze aber anzuheben (2 mal klopfen) oder abzustellen ist schon ein krasser Akt, bei dem Maria oder Jesus ganz schön ins wanken kommt und immer stark beklatscht wird von den Zuschauern.
- die Musikgruppen, die wie ne Blaskapelle ausm Sauerland aussieht, aber doch etwas andere Musik spielt. Diese hier ist dramatisch, bewegend und Tränenrührend. Naja für spanische Omis über 80. Achja, und immer mindestens einen Ton zu hoch oder tief.
- viele tausend Messdiener, die kleinsten so 4 Jahre alt
Die schönste, die wir von also an dem Abend sahen, war die Processión de la silenció. Wenn die vorbeikommt, werden wirklich alle Lichter, also alle ausser Ampeln, in Häusern, Geschäften und Wohnungen ausgemacht und alle schweigen. Nur die Kerzen der Maria oder der Messdiener beleuchten noch ein bisschen. Super faszinierend aber auch leider zu dunkel zum Fotos machen.
Ich bin echt froh, dass ich das hier miterleben konnte und nicht nach Hause gefahren bin, wie manche anderen. Hallo?

Nun, heute ist Samstag, die Ferien schon fast vorbei. Vielleicht gucken wir uns ja heute abend noch mal eine an. Ich schaue auf eine geniale Woche zurück, in der ich genau das gemacht hab, was ich machen wollte. Reisen und Prozessieren. Man kann ja immer nur 5 Fotos hochladen, ich hoffe ich suche für euch die Besten raus.
Danke fürs lesen und auf bald.



El Palmar

In Cádiz beim Umzug zu Jorge..


Vor der Mezquita in Cordoba...

Samstag, 27. März 2010

Nachgetragen..

Schon so spät? Letztend bin ich noch hier angekommen und hab mich auf die Semana Santa gefreut, doch die war noch gefühlte hundert Jahre entfernt. Jetzt hab ich Osterferien und bin raus. Raus aus Granada und den immer selben Straßen, der Uni, Geschäften und Cafés. Klar, ich finds super, dass ich mich dort so wohl fühle, schließlich ist es nicht so, dass ich das aufgezählte nicht mögen würde. Aber ich hab so n Gefühl, dass Andalusien noch einige andere Schlösser hat als nur die Alhambra.
Der Plan war, dass ich mit Magali von Donnerstag bis Freitag abend nach Córdoba fahre (benannt nach irgendner Frau die wohl Curdoba mit Nachnamen hieß). Jetzt ist es Freitag abend und ich sitze allein in einem Bus nach Cádiz. Interesant!
Es begab sich so: Die Fahrt mit Maga war schon länger geplant (okay Anfang der Woche) als sich Mittwoch mittag plötzlich Jeanette bei mir meldete (okay so plötzlich auch nicht, ich wusste, dass sie in Spanien ist). Jeanette hab ich letztes Jahr im Mai/Juni in Cadiz/Spanien kennengelernt, wo sie mit Helge und 4 anderen Verrückten eine WG bildete (in Fachkreisen auch die Horozcos genannt). Jetzt gerade ist sie mit Freundinnen im Auto unterwegs und fragte mich ob ich mich nicht ihnen anschließen würde. Genial, da ja ich ja sowieso n bisschen rumkommen wollte. Die also nun bereits bereiste und noch zu bereisende Route: Granada - Córdoba - Cádiz - Granada - Ein Ort mit Strand.
Córdboa jedenfalls ist wunderschön und überschaubarer als die Karte vermuten lässt. Vom Busbahnhof zum Hostel hatte ich so ne 3/4 Stunde kalkuliert und schon angefangen rumzunörgeln, ob man nicht ein Taxi nehmen könnten, da stellten wir fest, dass wir innerhalb von 5 Minuten die halbe Strecke zurückgelegt hatten. Im Hostel "anil" (Maga sagt, dass ist ne Farbe) angekommen, war die Rezeption leider schon geschlossen (22.00 Uhr) und wir mussten uns über eine Maschiene einchecken, die erst meine Kreditkarte einsaugte und am Ende einen Schlüssel ausspuckte. Komisch, dass hier Consiérges ersetzt werden, es am Bahnhof aber noch nicht mal Ticketautomaten gibt. Nun, das Hostel kann ich auf jeden Fall empfehlen auch wenn es manchmal mit seinem Slogan "Relax, Colours, Senses" ein bisschen Sektenmäßig wirkt. 2 Betten im 8er-Zimmer hatten wir bestellt und auch bekommen. Gratis dazu gabs noch Christian, Kultur-Ökonomie-Student (?) aus Passau, der sich uns für den Abend und den nächsten Tag anschloss.
Highlights des Abends: Die Prozessionsprobe für die Semana Santa und ein Lokal in dem es ungelogen 80 verschieden Bocadillos (belegte Brötchen) gibt von denen die mit ...........(hackfleisch in Kochschinken einrollen, pannieren und frittieren, dazu grüne Paprika) und "Queso de Cerdo" (dt.: Schweine-käse-kopf-pastete) laut Bedienung absolut typisch Córdubanisch sind.
Was man in Córduba sehen muss sind die 1000 krass aufwändig dekorierten und jedesmal schöner aussehenden Patios (Innenhöfe). Es gibt sogar im April ein Wettbewerb, welches Haus den schönsten hat. Dann halt den Touri-kram mit "Alcazar de los Reyes Cristianos", der Synagoge, dem Guadalquivir und natürlich der "Mezquita". Eine Moschée, die auf eine Kirche gebaut wurde und dann (ziemlich dreist und radikal) wieder in eine Cathedrale umgebaut und -funktioniert wurden. Sie besteht aus so vielen verschiedenen Teilen, die alle irgendwann irgendwie angebaut wurden und konnte damals insgesamt 4000 muslimische Gläubige fassen. Ist schon ziemlich beeindrucken. Die größe, die Bauweise, das Alter, aber halt auch mit welcher Arroganz die Katholische Kirche heute das ganze immernoch ausschließlich für sich in Anspruch nimmt und im Faltblatt betont, dass ohne sie hier auf jeden Fall nur noch Ruinen stehen würden.

So, ist jetzt 21.38 und wir sollten in 12 Minuten eigentlich in Cádiz sein. Sind wir aber nicht, sondern In Jerez. Schade. Hab Hunger.

Samstag, 20. März 2010

Tanz in den Mai..

..ist ja noch nicht. Die Party die hier in ganz Granada aber gestern abging war dem 1.Mai aber ziemlich ähnlich. Erklärung: am 19.März ist "San José" also Namenstag vom heiligen Josef. Wenn alle im Kommunionsuntericht aufgepasst haben ist Josef ja sozusagen der Adoptivpapa vom Jesus (auch Pepe genannt, da P.P. für padre putativo steht). Aber das nur am Rande. Worauf es ankommt ist, dass gestern also hier in Spanien Vatertag gefeiert wurde. Und wie. Huiuiui.
Kinder nuckeln an Bierflaschen, Döner fliegen durch die Luft, riesige Bier- und Sangriaseen überfluten den Plaza Einstein und hinter der ein oder anderen Ecke ist bestimmt gestern der ein oder andere Kerl auch zum Vater geworden. Anthropologisch höchst interessant das alles.

Mittwoch, 17. März 2010

Besuch der alten Damen

Mein erster Besuch aus Deutschland.
Sozusagen zur Völkerverständigung hatten sich schon im Januar 4 meiner lieben Kommilitoninnen aus Münster angekündigt vorbei zu kommen. Klar hatte ich damals gesagt:"Nein, das ist gar kein Problem, dass ihr alle bei mir schlaft." Ich verspreche anscheinend zu viel ohne zu wissen ob ich es halten kann. Denn als ich hier in meine wunderbare WG kam, kam raus, dass während der Zeit in der die Mädels hier sind auch noch eine japanische Freundin von Chie da ist. Die braucht auch ne Matraze, claro. Andererseits haben wir im Moment noch ein Zimmer frei. Mmmh..es ist kompliziert. Im Enddefekt schliefen zwei zwei Nächte in einer Pension, die den Namen nicht verdient (eher Strafvollzuganstalt mit Bezahlen).
Aber nun von den Sachen, die vielleicht wenigstens ein bisschen interessieren.
Kathrin, Annika, Anne und Steffi kamen am Freitag Nachmittag wohbehalten aber hungrig (Burger im Flugzeug: 5 Euro??) in Malaga an, wo ich sie auch abholte. Das heißt in Wörtern: Ich lief von zu Hause zur Bushaltestelle, von da aus zum Busbahnhof, weiter zum Busbahnhof in Malaga, kurzer Abstecher bei H&M (gibts nur in Malaga) und weiter zum Flughafen <> vom Flughafen zum Busbahnhof, vom Busbahnhof zum Busbahnhof in Granada , vom Busbahnhof zur Haltestelle und von da zur Pension "Posada José Bocanegra" (dt.: Gasthaus Josef mit dem Schwarzen Mund") und von da aus zu mir, kleine Stärkung und weiter zum Tapearen. Also ich konnte gut schlafen in der Nacht.
Am nächsten Tag gabs dann zur Erholung Shopping und Sonne, Kekse und Kaffe, Pokern (und mit Pokern meine ich Doppelkopf, aber der Alliteration wegen) und Party! Mit dem ersten Besuch aus Deutschland gabs auch dann für mich den ersten Besuch der Alhambra. Auchtung: Man muss wirklich pünktlich sein und viel Zeit in der Tasche haben. Das Ding ist riesig und es gibt keine von diesen coolen Laufbändern wie am Flughafen. Hat mich aber wirklich beeindruckt und ich werde wohl auf meinen Besuch warten bis ich wieder hin gehe. 12 Euro, die sich wirklich mal gelohnt haben, auch weil wir uns kackendreist an eine von den vielen geführten deutschen Rentnergruppen angehängt haben. Muhaha. Am Ende waren wir alle ziemlich platt, deshalb kam unsere traditionelle Dinnerparty, von der ihr ja bestimmt hier schon gelesen habt, genau richtig. Mit Sushi (von Chie und Momo), Fingerfood (Monica) und unserer typisch Deutschen Käse-Lauch-Hackfleisch-Suppe war es mal wieder ein Festmahl. Wer hätte gedacht, dass spanische Supermärkte sogar Schmelzkäse führen?
Montags ging für mich ja die Uni wieder los. Theoretisch. Also hatten wir ausgemacht, dass wir zusammen zur Fakultät laufen, ich dann meinen Kurs da hab, danach den Spanischkurs woanders und wir uns dann wieder treffen. 3 Minuten nachdem die anderen weg waren kommt raus: Professorin krank, Kurs fällt aus. Irgendwie hab ich alle wiedergefunden und wir haben uns nur kurz getrennt. In der Zeit, in der Ich erfuhr, dass ich für mein Level alle 4 Vergangenheitsformen fließend können MUSS (ich wusste noch nicht mal, dass es 4 gibt!), saßen die Mädels bei vollen 20 grad im Schatten am Mirador San Nicolas, einem der schönsten Aussichtspunkte in Granada. Abends wurde nur noch gekocht, der Fuchs und die Dulle gegeneinander ausgespielt und mit Magali ein Weinchen getrunken bevor es früh ins Bett ging, denn jetzt haltet euch fest wann wir hier aufgestanden sind: UM HALB 7!!!!
Ich hatte diese Zeit völlig verdrängt. Ich wusste gar nicht mehr dass sie existiert. Scheiße, aber mit Kaffee geht alles.
Ein letzter Tag in Malaga. Auch wieder eine Premiere: wir waren am Strand (das Foto beweißt es).
Es war wirklich wunderbar jemanden aus der Heimat hier zu haben. Es war anstrengend und erholsam. Ich war am Ende traurig und froh. Geht das? Danke Mädels für die schöne Zeit.
Und nun die Beweisfotos: