Samstag, 27. März 2010

Nachgetragen..

Schon so spät? Letztend bin ich noch hier angekommen und hab mich auf die Semana Santa gefreut, doch die war noch gefühlte hundert Jahre entfernt. Jetzt hab ich Osterferien und bin raus. Raus aus Granada und den immer selben Straßen, der Uni, Geschäften und Cafés. Klar, ich finds super, dass ich mich dort so wohl fühle, schließlich ist es nicht so, dass ich das aufgezählte nicht mögen würde. Aber ich hab so n Gefühl, dass Andalusien noch einige andere Schlösser hat als nur die Alhambra.
Der Plan war, dass ich mit Magali von Donnerstag bis Freitag abend nach Córdoba fahre (benannt nach irgendner Frau die wohl Curdoba mit Nachnamen hieß). Jetzt ist es Freitag abend und ich sitze allein in einem Bus nach Cádiz. Interesant!
Es begab sich so: Die Fahrt mit Maga war schon länger geplant (okay Anfang der Woche) als sich Mittwoch mittag plötzlich Jeanette bei mir meldete (okay so plötzlich auch nicht, ich wusste, dass sie in Spanien ist). Jeanette hab ich letztes Jahr im Mai/Juni in Cadiz/Spanien kennengelernt, wo sie mit Helge und 4 anderen Verrückten eine WG bildete (in Fachkreisen auch die Horozcos genannt). Jetzt gerade ist sie mit Freundinnen im Auto unterwegs und fragte mich ob ich mich nicht ihnen anschließen würde. Genial, da ja ich ja sowieso n bisschen rumkommen wollte. Die also nun bereits bereiste und noch zu bereisende Route: Granada - Córdoba - Cádiz - Granada - Ein Ort mit Strand.
Córdboa jedenfalls ist wunderschön und überschaubarer als die Karte vermuten lässt. Vom Busbahnhof zum Hostel hatte ich so ne 3/4 Stunde kalkuliert und schon angefangen rumzunörgeln, ob man nicht ein Taxi nehmen könnten, da stellten wir fest, dass wir innerhalb von 5 Minuten die halbe Strecke zurückgelegt hatten. Im Hostel "anil" (Maga sagt, dass ist ne Farbe) angekommen, war die Rezeption leider schon geschlossen (22.00 Uhr) und wir mussten uns über eine Maschiene einchecken, die erst meine Kreditkarte einsaugte und am Ende einen Schlüssel ausspuckte. Komisch, dass hier Consiérges ersetzt werden, es am Bahnhof aber noch nicht mal Ticketautomaten gibt. Nun, das Hostel kann ich auf jeden Fall empfehlen auch wenn es manchmal mit seinem Slogan "Relax, Colours, Senses" ein bisschen Sektenmäßig wirkt. 2 Betten im 8er-Zimmer hatten wir bestellt und auch bekommen. Gratis dazu gabs noch Christian, Kultur-Ökonomie-Student (?) aus Passau, der sich uns für den Abend und den nächsten Tag anschloss.
Highlights des Abends: Die Prozessionsprobe für die Semana Santa und ein Lokal in dem es ungelogen 80 verschieden Bocadillos (belegte Brötchen) gibt von denen die mit ...........(hackfleisch in Kochschinken einrollen, pannieren und frittieren, dazu grüne Paprika) und "Queso de Cerdo" (dt.: Schweine-käse-kopf-pastete) laut Bedienung absolut typisch Córdubanisch sind.
Was man in Córduba sehen muss sind die 1000 krass aufwändig dekorierten und jedesmal schöner aussehenden Patios (Innenhöfe). Es gibt sogar im April ein Wettbewerb, welches Haus den schönsten hat. Dann halt den Touri-kram mit "Alcazar de los Reyes Cristianos", der Synagoge, dem Guadalquivir und natürlich der "Mezquita". Eine Moschée, die auf eine Kirche gebaut wurde und dann (ziemlich dreist und radikal) wieder in eine Cathedrale umgebaut und -funktioniert wurden. Sie besteht aus so vielen verschiedenen Teilen, die alle irgendwann irgendwie angebaut wurden und konnte damals insgesamt 4000 muslimische Gläubige fassen. Ist schon ziemlich beeindrucken. Die größe, die Bauweise, das Alter, aber halt auch mit welcher Arroganz die Katholische Kirche heute das ganze immernoch ausschließlich für sich in Anspruch nimmt und im Faltblatt betont, dass ohne sie hier auf jeden Fall nur noch Ruinen stehen würden.

So, ist jetzt 21.38 und wir sollten in 12 Minuten eigentlich in Cádiz sein. Sind wir aber nicht, sondern In Jerez. Schade. Hab Hunger.

Samstag, 20. März 2010

Tanz in den Mai..

..ist ja noch nicht. Die Party die hier in ganz Granada aber gestern abging war dem 1.Mai aber ziemlich ähnlich. Erklärung: am 19.März ist "San José" also Namenstag vom heiligen Josef. Wenn alle im Kommunionsuntericht aufgepasst haben ist Josef ja sozusagen der Adoptivpapa vom Jesus (auch Pepe genannt, da P.P. für padre putativo steht). Aber das nur am Rande. Worauf es ankommt ist, dass gestern also hier in Spanien Vatertag gefeiert wurde. Und wie. Huiuiui.
Kinder nuckeln an Bierflaschen, Döner fliegen durch die Luft, riesige Bier- und Sangriaseen überfluten den Plaza Einstein und hinter der ein oder anderen Ecke ist bestimmt gestern der ein oder andere Kerl auch zum Vater geworden. Anthropologisch höchst interessant das alles.

Mittwoch, 17. März 2010

Besuch der alten Damen

Mein erster Besuch aus Deutschland.
Sozusagen zur Völkerverständigung hatten sich schon im Januar 4 meiner lieben Kommilitoninnen aus Münster angekündigt vorbei zu kommen. Klar hatte ich damals gesagt:"Nein, das ist gar kein Problem, dass ihr alle bei mir schlaft." Ich verspreche anscheinend zu viel ohne zu wissen ob ich es halten kann. Denn als ich hier in meine wunderbare WG kam, kam raus, dass während der Zeit in der die Mädels hier sind auch noch eine japanische Freundin von Chie da ist. Die braucht auch ne Matraze, claro. Andererseits haben wir im Moment noch ein Zimmer frei. Mmmh..es ist kompliziert. Im Enddefekt schliefen zwei zwei Nächte in einer Pension, die den Namen nicht verdient (eher Strafvollzuganstalt mit Bezahlen).
Aber nun von den Sachen, die vielleicht wenigstens ein bisschen interessieren.
Kathrin, Annika, Anne und Steffi kamen am Freitag Nachmittag wohbehalten aber hungrig (Burger im Flugzeug: 5 Euro??) in Malaga an, wo ich sie auch abholte. Das heißt in Wörtern: Ich lief von zu Hause zur Bushaltestelle, von da aus zum Busbahnhof, weiter zum Busbahnhof in Malaga, kurzer Abstecher bei H&M (gibts nur in Malaga) und weiter zum Flughafen <> vom Flughafen zum Busbahnhof, vom Busbahnhof zum Busbahnhof in Granada , vom Busbahnhof zur Haltestelle und von da zur Pension "Posada José Bocanegra" (dt.: Gasthaus Josef mit dem Schwarzen Mund") und von da aus zu mir, kleine Stärkung und weiter zum Tapearen. Also ich konnte gut schlafen in der Nacht.
Am nächsten Tag gabs dann zur Erholung Shopping und Sonne, Kekse und Kaffe, Pokern (und mit Pokern meine ich Doppelkopf, aber der Alliteration wegen) und Party! Mit dem ersten Besuch aus Deutschland gabs auch dann für mich den ersten Besuch der Alhambra. Auchtung: Man muss wirklich pünktlich sein und viel Zeit in der Tasche haben. Das Ding ist riesig und es gibt keine von diesen coolen Laufbändern wie am Flughafen. Hat mich aber wirklich beeindruckt und ich werde wohl auf meinen Besuch warten bis ich wieder hin gehe. 12 Euro, die sich wirklich mal gelohnt haben, auch weil wir uns kackendreist an eine von den vielen geführten deutschen Rentnergruppen angehängt haben. Muhaha. Am Ende waren wir alle ziemlich platt, deshalb kam unsere traditionelle Dinnerparty, von der ihr ja bestimmt hier schon gelesen habt, genau richtig. Mit Sushi (von Chie und Momo), Fingerfood (Monica) und unserer typisch Deutschen Käse-Lauch-Hackfleisch-Suppe war es mal wieder ein Festmahl. Wer hätte gedacht, dass spanische Supermärkte sogar Schmelzkäse führen?
Montags ging für mich ja die Uni wieder los. Theoretisch. Also hatten wir ausgemacht, dass wir zusammen zur Fakultät laufen, ich dann meinen Kurs da hab, danach den Spanischkurs woanders und wir uns dann wieder treffen. 3 Minuten nachdem die anderen weg waren kommt raus: Professorin krank, Kurs fällt aus. Irgendwie hab ich alle wiedergefunden und wir haben uns nur kurz getrennt. In der Zeit, in der Ich erfuhr, dass ich für mein Level alle 4 Vergangenheitsformen fließend können MUSS (ich wusste noch nicht mal, dass es 4 gibt!), saßen die Mädels bei vollen 20 grad im Schatten am Mirador San Nicolas, einem der schönsten Aussichtspunkte in Granada. Abends wurde nur noch gekocht, der Fuchs und die Dulle gegeneinander ausgespielt und mit Magali ein Weinchen getrunken bevor es früh ins Bett ging, denn jetzt haltet euch fest wann wir hier aufgestanden sind: UM HALB 7!!!!
Ich hatte diese Zeit völlig verdrängt. Ich wusste gar nicht mehr dass sie existiert. Scheiße, aber mit Kaffee geht alles.
Ein letzter Tag in Malaga. Auch wieder eine Premiere: wir waren am Strand (das Foto beweißt es).
Es war wirklich wunderbar jemanden aus der Heimat hier zu haben. Es war anstrengend und erholsam. Ich war am Ende traurig und froh. Geht das? Danke Mädels für die schöne Zeit.
Und nun die Beweisfotos:








Mittwoch, 10. März 2010

Disfruta






Eine kleine Nachricht von meiner guten Freundin Magali! :

-Hola, Annette? Sí, ya sé, es tarde pero... querés ir a tomar una cerveza?
-Bueno,venite a casa!

Y así empezó la noche del martes... Sin necesidad de palabras, con muchos diccionarios de muchas formas y tamaños nos comunicamos sin problemas.
Con la música de fondo, el hermoso ruido de su colchón al moverse, las palabras y los condicionales fluyen. Las posibilidades pasadas, presentes y futuras se unen en un mismo tiempo, y esta noche con los flanes todo es posible.

Gracias Annette por esta comunicación no verbal!
Espero que esto que nos une cada día sea más fuerte!

Samstag, 6. März 2010

Fremdenzimmer

Hier gibts nun Fotos und eine Pro- und Contraliste der Vor- und Nachzüge meines Zimmers:

Pro:
- es ist schön groß, also bestimmt so 10 qm, was hier Turnhallenausmaßen entspricht im Vergleich zu anderen Zimmern, die ich gesehen hab
- Tagsüber kommt für ein paar Stunden, die Sonne rein, wenn sie sich denn mal erbarmt.
Das ist jetzt noch schön warm, aber was, wenn wirklich mal der Sommer kommt?

Contra:
- Der Fahrstuhlschacht liegt praktisch im Zimmer drin. Jedenfalls hab ich jeden Morgen das Gefühl, wenn wieder alle Idioten irgendwohin fahren müssen. Nehmt doch einfach vor 11 uhr die Treppe, ist super für den Kreislauf.
- Das Bett besteht aus einem edlem Metallgerüst mit Detailverliebter Holzborde, 4 Streichholzschachtelgroßen Hochleistungs-metall-Vorspüngen an der Innenseite worauf sich eine Qualitätspressspanplatte in einem Dialog mit einer Federkernmatratze aus den 70ern vereint. Ein Traum, meine Damen und Herren.









Echte spanische Wertarbeit!

Gibts hier auch. Aber anders. Man soll ja nicht behaupten, dass spanier nicht arbeiten würden. Nur halt anders. Folgendes:
Unsere Duschen funktionieren nicht so wirklich gut. Wir besitzen zwar 3 Bäder, aber trotzdem kann immer nur einer Duschen. Wenn man dann mal an der Reihe ist, geht der Bäuler mit größter Wahrscheinlichkeit aus. Man wird blanchiert oder erfriert. Wie auch immer, ich sterbe sauber.
Nun, jedenfalls hatten sich dann letzte Woche Handwerker angekündigt. Die kamen auch so gegen 6 abends und machten sich sofort daran uns mit wenigen Handgriffen alles fachmännisch wieder zu reparieren. Schade, dass wir in Spanien sind. Wir saßen alle im Wohnzimmer, guckten die Wiederholung der 2 Staffel Dawson's Creek auf Spanisch (DAS ist Entertainment), als ein so gewaltiger Lärm von Chies Zimmer her kam, dass wir hin gingen um mal nach zu schauen. Die zwei Volldeppen haben ein riesen Loch in die Wand geschlagen behaupteten aber erstens, dass das sein müsse und dass sie jetzt Feierabend hätten. Sie gingen also und Chie hatte n zweites Fenster. Nächster Tag: ein kleiner dicker Andalusischer Mann steht vor der Tür und redet irgendwas von wegen Bad und Wand (die einzigen zwei Wörter die ich verstanden hab) also durfte er rein kommen. Im Bad fing er heftigst an zu fluchen, das Loch aus zu messen und ging wieder. Als ich abends wieder kam war das Loch zu. Sehr gut. Als ich aber am nächsten Tag aus der Uni kam, war da was? Ein neues Loch, noch n bisschen größer und zwei Meter neben dem alten Loch. Nicht so gut. Jetzt ist das auch wieder zu. Ich weiß nicht wie das passier ist.

P.S: Die Sonne ist n Arschloch!

Montag, 1. März 2010

Prima gemacht Vera! Klasse!

Kinder, der Frühling ist da (s.o.)! Man riecht es zwischen den künstlich angelegten Orangenbäumen, man sieht es an den kürzer werdenden Röcken der Nutten und ich spüre es im Geldbeutel, denn wenn die Sonne raus ist MUSS man ja immer irgendwas unternehmen. Kaffeetrinken hier, Tapasessen da.

Ich bin unglaublich froh, dass sich das Wetter wenigstens etwas bessert. Auch wenn die nette Dame auf "Canal Sur" propagiert, dass alles wieder scheiße wird. ICH glaub ihr nicht. Jeden Abend wenn ich mich, vorgebräunt, ins Bett lege, WEIß ich, dass auch morgen die Sonne wieder scheint.

Aber apropos (was heißt das eigentlich wirklich?) unternehmen. Meine Wanderwaden wurden in den letzten Tagen extremst gestählert. Samstag sind wir auf den Sacramonte hoch, wo es heute immernoch bewohnte Höhlen im Berg gibt. Der Aufstieg ist nicht wirklich schlimm, da an jeder Ecke einfach alles schön ist: die kleinen Häuser, die Steinmauern, riesen Kakteen und wenn man sich umdreht einfach der Ausblick auf die Generalife, den Fluss und wenn man oben ist, die Alhambra, ganz Granada und die Sierra Nevada. Auf dem Abstieg haben wir uns das erste Eis des Sommers 2010 gegönnt und auf dem Plaza Nueva etwas ausgeruht, bis es wieder hoch auf die Alhambra selber ging, wo wir sozusagen von der anderen Seite auf unseren vorherigen Aussichtspunkt blicken konnten. Dann gings nach Hause und abends kamen Freunde zum Essen, von dessen Reste wir heute noch profitieren. Herrlich!

Sonntag waren alle Museen umsonst also gings in die Ausstellung "CROMOCRONÍCAS: POÉTICAS DEL COLOR EN LA IMAGEN-TIEMPO / CENTRO JOSÉ GUERRERO", die mir extremst gut gefallen hat. Unter blauem Himmel spazierten wir durch den Albaycín (das alte arabische Viertel) und hoch bis zum jetzt schon von Turis überfüllten Mirador Sant Nicolas, tranken ein Bier mit 3 neidischen Hunden, ich tauschte Buchtipps mit einer Italienischen Eisverkäuferin aus und hab zwischen diversen Bars rausgefunden, das der Telefonbucheintrag "Contestador" in meinem Handy anscheinend nicht der Name eines Typen ist, sondern meine Mailbox. Herrlich!

Heute hatte die Uni, sowie alle Geschäfte zu (Día de Andalucía), ausser, wie immer, die Chinos. Dank der Arbeitswut unserer Asiatischen Mitbürger konnte ich Eier kaufen, denn als ich zu mir zum Pfannkuchenessen einlud hatte ich doch glatt vergessen, dass ich keine mehr hatte. Pfanne an, alles essbar in diverse Tüten gepackt und ab gings mit Picknickdecke in die Klostergärten von San Jeronimo, was direkt neben meiner Fakultät liegt, sodass ich immer auf dem Weg dort durchlaufe. Herrlichst!

Danke großer Heliumbefüllter-Krebserregender-Riesen-Kloß dort am Himmel. Ich weiß auch morgen bist du wieder für mich da.